Sucht und Drogen

Viele Jugendliche und Erwachsene, oft sogar auch Kinder, werden heutzutage mit Drogen konfrontiert. Sei es durch deren Freunde, Familie oder durch ihr Umfeld. Leider sind sehr viele Menschen zu wenig aufgeklärt über Sucht, Prävention und Drogen.

SUCHT

Sucht ist eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von gebundenen und ungebundenen Stoffen. Ungebundene Stoffe sind zum Beispiel Magersucht, Esssucht, Spielsucht, Kauf- oder Arbeitssucht. Bei einer stoffgebundenen Abhängigkeit wird zwischen legalen und illegalen Drogen unterschieden. Legale Drogen sind Alkohol, Nikotin, Medikamente und Koffein. Illegale Drogen sind zum Beispiel Cannabis, Heroin, Kokain, LSD und Schnüffelstoffe. Bei einer Sucht unterscheidet man auch zwischen psychischer (seelischer) und physischer (körperlicher) Abhängigkeit.

SUCHT-ENTSTEHUNG

Sucht entsteht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern über einen längeren Zeitraum, oft schleichend, die Übergänge sind fließend und für Angehörige und Betroffene schwer erkennbar.
Genuss, Missbrauch, Abhängigkeit:nicht jede Einnahme eines Rauschmittels führt zur Abhängigkeit. Genuss bezeichnet den „gesunden Konsum“ von Substanzen, ohne Druck, sie weiterhin zu gebrauchen. Der Missbrauch geht über den gewöhnlichen Gebrauch einer Substanz hinaus (z.B. um einen unliebsamen Gefühlszustand zu beseitigen), ist aber noch keine Abhängigkeit.
Sucht bedeutet Suche nach einem anderen Bewusstseinszustand. Es kommt zu chronischen oder periodischen Rauschzuständen, die mit (teils irreversiblen) Veränderungen des Gehirns einhergehen.
Sucht entsteht oft unbemerkt aus Genuss und Missbrauch legaler oder illegaler Substanzen;Suchtverhalten ist nicht angeboren, aber gewisse Anlagen gefährden manche Menschen mehr, in eine Abhängigkeit zu geraten als andere!Typische Kennzeichen einer Sucht:

  • Starker Wunsch oder eine Art Zwang die Substanz zu konsumieren bzw. das Verhalten auszuüben.
  • Erhöhung der Dosis um eine gleiche Wirkung zu erzielen, sind immer höhere Dosen erforderlich.
  • Kontrollverlust bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsumverhaltens.
  • Körperliche Entzugserscheinungen bei Absetzen/Reduktion des Suchtmittels
  • Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen zugunsten des Suchtmittels und erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen oder dem Verhalten nachzugehen.
  • Trotz schädigender Wirkung(z.B. körperliche Folgen) anhaltender Substanzkonsum.

BIOLOGIE DER SUCHT

Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen. Diese Nervenzellen besitzen Rezeptoren für die Aufnahme von Neurotransmittern- quasi zur Kommunikation untereinander. Drogen wie z.B. Alkohol ersetzen die Transmitter. Es kommt zu Veränderungen der normalen Funktionsweise an den Synapsen (=Verbindung zwischen Nervenzellen). Diese Veränderung wirkt sich dann auf die Nervenzellen aus und beeinflusst das Gehirn. Es folgen Veränderungen des Verhaltens.

Eine wesentliche Rolle bei der Suchtentstehung spielt also das Belohnungssystem im Gehirn. Anpassungsvorgänge im Erregungs-übertragungssystemführen dazu, dass für eine befriedigende Wirkung einer Substanz zunehmend höhere Dosen nötig sind. Betroffene müssen ihr Suchtmittel wiederholt einnehmen, um angenehme Effekte zu erzielen oder unangenehme zu vermeiden.

Für die angenehmen Effekte sind Neurotransmitter wie Dopamin, Endorphine oder Serotonin verantwortlich.
Eine zentrale Rolle bei der Suchtentstehung spielt das dopaminerge Belohungssystem.
Dopaminerge Nervenbahnen erregen diese Kernstruktur im basalen Vorderhirn, indem sie ihren Neurotransmitter Dopamin ausschütten. Die Freisetzung des Transmitters führt zu Glücksgefühlen.Veränderungen an diesen Rezeptoren bedeuten Sucht. Statt des Neurotransmitters vermittelt die Droge Glücksgefühle. Diese Veränderungen sind dabei meist nicht rückgängig machbar, d.h. eine Sucht bleibt zeitlebens bestehen, selbst wenn man clean ist.

PRÄVENTION

Um Kinder schon so früh wie möglich über Sucht und Drogen aufzuklären, gibt es 3 Formen der Prävention.
Primäre Prävention: Es geht um Maßnahmen mit Menschen, die noch nicht Drogen konsumiert haben. Das Ziel dieser Maßnamen ist in der Regel daher die Konsumvermeidung mittels Aufklärung (Broschüren), Regulation (Jugendschutz), und kausale Prävention (Schulpsychologe, Sozial Arbeit, Anti-Gewalt-Training)- Menschen, die psychisch und sozial im Gleichgewicht sind, sind weniger anfällig für eine Suchtentwicklung!

Drogenprävention beginnt im Kindergartenalter mit der Herausbildung einer starken Persönlichkeit und der Fähigkeit, „Nein“ sagen zu können.

Sekundäre Prävention: Hier kümmert man sich um Menschen, die bereits Drogen konsumiert haben. Es sind rückfallverhütende und rehabilitierende Maßnahmen für Menschen, die eine Abhängigkeit überwunden haben. Sie zielen vorrangig auf Verringerung/Vermeidung gesundheitlicher Schäden (Safer-Use) und Verhinderung eines erneuten Auftretens abhängiger Verhaltensweisen.

Tertiäre Prävention: Therapie und Drogenhilfsangebote für Süchtige (Selbsthilfegruppen)

WAS SIND DROGEN

Drogen sind Substanzen, die auf das zentrale Nervensystem einwirken und somit in die natürlichen körperlichen Vorgänge eingreifen. Drogen haben eine Wahrnehmungs- und Bewusstseinsverändernde Wirkung, das heißt, sie beeinflussen die Wahrnehmung von Sinneseindrücken, Gefühlen und Stimmungen. Durch dieses Einwirken auf das Nervensystem (auf das Belohnungssystem im Gehirn) provozieren Drogen oft ein Hochgefühl. Dieses wird jedoch abgelöst von einem jähen Down. Ein Drgenabhängiger/eine Drogenabhänge braucht die nächste Dosis, um wieder high zu sein. Je nach Suchtpotential tritt diese körperliche Abhängigkeit schon nach kürzester Zeit ein. Bei Heroin können 1-2 Anwendungen reichen um körperlich abhängig zu werden. Daher ist jeder „Versuch“ einer zu viel!

Text: Kathrin Kastner und Marlene Gasser, 2HGA, HLTW21; 2014

Sucht

Wenn Du den Text über Sucht, Drogen und Prävention genau liest, kannst D die Fragen bestimmt beantworten!

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