Besuch einer Zeitzeugin des Atomunfalls in Tschernobyl

Am Mittwoch 23. April wurden unsere Klasse, die 1HMA, sowie die 1HMB im Rahmen eines GLOBAL 2000 Workshops von einer Zeitzeugin des Reaktorunfalls in Tschernobyl, Natalija Tereschenko, besucht. Ausführlich erzählte uns die Ärztin ihre traurige Geschichte. Zum Zeitpunkt des Reaktorunfalls hatte sie als Leiterin einer Labor-Abteilung in einer Klinik gearbeitet. Im Mai 1986 passierte das Atomunglück in Tschernobyl. Die Bewohner der Stadt wurden evakuiert und mussten ihre Heimat verlassen, doch manche Menschen weigerten sich, sie wollten ihr ganzes Hab und Gut nicht einfach zurück lassen. Vielen war gar nicht bewusst, wie gefährlich diese Strahlung für sie war und nahmen die Situation überhaupt nicht ernst. Es wurde ihnen erst klar als die neugeborenen Tiere und Kinder anfingen zu sterben und es viele Fehlgeburten gab. Da die Strahlung auf junge und unreife Organismen sehr stark wirkte, mussten schwangeren Frauen sogar ihre Kinder abtreiben.

Natalija konnte ihr Zuhause nicht verlassen, sie musste eine Weile weiter in der Klinik arbeiten und hoffte, dort helfen zu können. Ihre Aufgabe war es Blutproben zu nehmen um die Stärke der Strahlung im Körper der Liquidatoren, Arbeiter und Feuerwehrmänner abmessen zu können. Stark verstrahlten Menschen wurden blind oder erkrankten an Krebs oder anderen Krankheiten, für viele von ihnen gab es keine Überlebenschancen mehr. Auch Natalija kam nicht ganz gesund davon, innerhalb einigen Monaten bildete sich ein Geschwulst auf der rechten Hand, die Hand wurde zwar operiert doch sie kann diese bis heute nicht normal bewegen.

Neben der Ärztin erzählte uns auch ihre Dolmetscherin von ihrem bewegenden Schicksal. Geboren in Tschernobyl war sie zum Zeitpunkt des Atomunfalls gerade ein Jahr alt. Mit 10 Jahren erkrankte sie schwer an Leukämie. Die Dolmetscherin hatte Glück, dass sie eines der ersten Kinder war, die on GLOBAL 2000 betreut wurden. So hatte sie Zugang zu moderner, westlicher Medizin, die ihr das Leben rettete und durfte nach Österreich auf Erholung fahren. Noch heute hat sie daher eine enge Bindung zu Österreich.

Text: Amina Maschigova, 1HMA, HLMW9, 2014

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